WEIHER

NATUR

Leben am und im Weiher

Weiher haben – im Gegensatz zu Seen – die Eigenschaft, dass ihre Wassertemperatur nahezu ausgeglichen ist. Abhängig von der Form und Beschaffenheit des Untergrunds, der Wassertiefe und des Nährstoffgehalts unterscheidet sich jedoch jeder Weiher vom anderen. Dies führt natürlich auch zu anderen Pflanzen und Tieren, welche diese Teiche nutzen.

Als man im 20. Jahrhundert viele Weiher aufgab, weil sie nicht mehr als Feuerwehr-, Eis- oder Fischweiher dienten, nahm auch die Vielfalt der Pflanzen und Tiere dieses Lebensraums in unserer Region ab. Zum Glück fand jedoch in den 1970er Jahren eine Trendwende statt: Es wurden viele grössere und kleinere Naturschutzweiher gebaut, die heute sehr wertvoll sind als Refugium für viele Amphibienarten, Libellen und weitere Kleintiere sowie für Wasserpflanzen. Eines der bekanntesten Naturschutzgebiete auf Stadtboden ist dasjenige beim ehemaligen Eisweiher in Riehen, das bereits 1965 erbaut wurde. Von dort stammen alle Pflanzen und viele Tiere, mit denen die übrigen Weiher belebt wurden.

Armleuchteralgen und Laichkrautgesellschaften
Am Grund von vielen Teichen wachsen Armleuchteralgen, welche dem Wasser durch Photosynthese Kalk entziehen; sie können also sozusagen das Wasser ‹enthärten›. Die Armleuchteralgen sind für viele Wasservögel eine lebenswichtige Nahrungsquelle, beispielsweise für die Kolbenenten.

Bei den Laichkräutern handelt es sich um verschiedene Wasserpflanzen, die mit ihren Wurzeln zwar den Grund erreichen, aber nicht fest verankert sind. Die Pflanzen bilden ‹Unterwasserwälder›, die zahlreichen Tieren einen Lebensraum und Möglichkeiten zur Ei- oder Laichablage bieten sowie zur Sauerstoffversorgung und Selbstreinigung eines Teichs beitragen.

Ebenfalls im Teich anzutreffen sind so genannte Schwimmblattgesellschaften; die bekanntesten sind die Weisse Seerose und die Grosse Teichrose. Auch sie bieten den Fischen Unterschlupf und günstige Laichbedingungen. Näher beim Ufer wachsen Schilfpflanzen, ganz am Rand finden sich Sauergrasgewächse, auch Seggen genannt.

In der Region Basel gibt es mehrere Teiche mit reichem Tier- und Pflanzen-Vorkommen. So kann man beispielsweise beim Reservat ‹Am Eisweiher› in Riehen Ringelnattern, Laubfrösche und verschiedene Libellenarten beobachten. Jedoch sind noch immer viele Amphibienarten vom Aussterben bedroht, so die Gelbbauchunke oder die Kreuzkröte sowie viele Frösche, Molch- und Salamander-Arten.

  • Der Frosch im Weiher

  • da war ein hochstudirter frosch

  • mit runzlichter stirn und breiter gosch

  • hatte die edle musikam

  • den kontrapunkt, die algebram

  • in manchem sumpf und weiher studirt.

  • Johann Heinrich Christian Schubart, 1825. Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Leipzig, 1854

In den Teichen leben auch verschiedene Fische wie Rotfedern (Röteln), Hechte, Welse oder Karpfen. In den Weihern der Langen Erlen und im Weiher der Eremitage Arlesheim kann man riesige Karpfen bewundern, die von Passanten gerne gefüttert werden. Sie sind so gross, dass sogar die Stockenten ihnen ausweichen…

Oft sieht man auch Graureiher, die in Teichen nach Fischen suchen; die häufigsten Teichbesucher sind jedoch die Enten und die ‹Taucherli› (Blässhühner).

Auf den Weihern im Tierpark Lange Erlen sind über 20 Enten-Arten angegeben, welche regelmässig die dortigen Teiche besuchen. Darunter auch der Gänsesäger, von dessen Population im nördlichen Alpenvorland rund die Hälfte in der Schweiz brütet. Dazu kommen verschiedene Gänsearten wie die Rost-, Nil-, Grau- und Nonnengänse. Ferner gibt es die (weissen) Höckerschwäne und die (schwarzen) Trauerschwäne.

Nutria in den Langen Erlen

Beim Fotografieren in den Langen Erlen ist uns diese Nutria begegnet. Nutrias sind deutlich grösser als Bisamratten, aber kleiner als Biber. Ihr Schwanz ist rund, sie wird 55–60 cm gross und wiegt 7–9 kg. An den Hinterpfoten hat sie Schwimmhäute. Die Nutrias, auch Sumpfbiber oder Biberratte genannt, stammen aus Südamerika und wurden wegen ihres Fells in Pelztierfarmen gezüchtet. Als im 20. Jahrhundert der Pelztiermarkt zusammenbrach, wurden viele Tiere ausgesetzt, was zu einer raschen Verbreitung in Europa führte. Nutrias leben oft in Kolonieren, können aber nur in Gebieten mit milden Win­tern überleben. Sie fressen Blätter, Stengel und Wurzeln von Wasserpflanzen; seltener auch Schnecken, Würmer und Süsswassermuscheln. Nutriafleisch gilt als sehr schmackhaft: in der DDR stellte man in den 1960er Jahren daraus Rouladen, Mettwurst oder Landjäger her. 2015 kostete 1 kg Nutriafleisch 24 Euro, ein Nutriafell 1 Euro.

Fotos Christian Lienhard

Als man im 20. Jahrhundert viele Weiher aufgab, weil sie nicht mehr als Feuerwehr-, Eis- oder Fischweiher dienten, nahm auch die Vielfalt der Pflanzen und Tiere dieses Lebensraums in unserer Region ab. Zum Glück fand jedoch in den 1970er Jahren eine Trendwende statt: Es wurden viele grössere und kleinere Naturschutzweiher gebaut, die heute sehr wertvoll sind als Refugium für viele Amphibienarten, Libellen und weitere Kleintiere sowie für Wasserpflanzen. Eines der bekanntesten Naturschutzgebiete auf Stadtboden ist dasjenige beim ehemaligen Eisweiher in Riehen, das bereits 1965 erbaut wurde. Von dort stammen alle Pflanzen und viele Tiere, mit denen die übrigen Weiher belebt wurden.

Armleuchteralgen und Laichkrautgesellschaften
Am Grund von vielen Teichen wachsen Armleuchteralgen, welche dem Wasser durch Photosynthese Kalk entziehen; sie können also sozusagen das Wasser ‹enthärten›. Die Armleuchteralgen sind für viele Wasservögel eine lebenswichtige Nahrungsquelle, beispielsweise für die Kolbenenten.

Bei den Laichkräutern handelt es sich um verschiedene Wasserpflanzen, die mit ihren Wurzeln zwar den Grund erreichen, aber nicht fest verankert sind. Die Pflanzen bilden ‹Unterwasserwälder›, die zahlreichen Tieren einen Lebensraum und Möglichkeiten zur Ei- oder Laichablage bieten sowie zur Sauerstoffversorgung und Selbstreinigung eines Teichs beitragen.

Ebenfalls im Teich anzutreffen sind so genannte Schwimmblattgesellschaften; die bekanntesten sind die Weisse Seerose und die Grosse Teichrose. Auch sie bieten den Fischen Unterschlupf und günstige Laichbedingungen. Näher beim Ufer wachsen Schilfpflanzen, ganz am Rand finden sich Sauergrasgewächse, auch Seggen genannt.

In der Region Basel gibt es mehrere Teiche mit reichem Tier- und Pflanzen-Vorkommen. So kann man beispielsweise beim Reservat ‹Am Eisweiher› in Riehen Ringelnattern, Laubfrösche und verschiedene Libellenarten beobachten. Jedoch sind noch immer viele Amphibienarten vom Aussterben bedroht, so die Gelbbauchunke oder die Kreuzkröte sowie viele Frösche, Molch- und Salamander-Arten.

  • Der Frosch im Weiher

  • da war ein hochstudirter frosch

  • mit runzlichter stirn und breiter gosch

  • hatte die edle musikam

  • den kontrapunkt, die algebram

  • in manchem sumpf und weiher studirt.

  • Johann Heinrich Christian Schubart, 1825. Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Leipzig, 1854

In den Teichen leben auch verschiedene Fische wie Rotfedern (Röteln), Hechte, Welse oder Karpfen. In den Weihern der Langen Erlen und im Weiher der Eremitage Arlesheim kann man riesige Karpfen bewundern, die von Passanten gerne gefüttert werden. Sie sind so gross, dass sogar die Stockenten ihnen ausweichen…

Oft sieht man auch Graureiher, die in Teichen nach Fischen suchen; die häufigsten Teichbesucher sind jedoch die Enten und die ‹Taucherli› (Blässhühner).

Auf den Weihern im Tierpark Lange Erlen sind über 20 Enten-Arten angegeben, welche regelmässig die dortigen Teiche besuchen. Darunter auch der Gänsesäger, von dessen Population im nördlichen Alpenvorland rund die Hälfte in der Schweiz brütet. Dazu kommen verschiedene Gänsearten wie die Rost-, Nil-, Grau- und Nonnengänse. Ferner gibt es die (weissen) Höckerschwäne und die (schwarzen) Trauerschwäne.

Nutria in den Langen Erlen

Beim Fotografieren in den Langen Erlen ist uns diese Nutria begegnet. Nutrias sind deutlich grösser als Bisamratten, aber kleiner als Biber. Ihr Schwanz ist rund, sie wird 55–60 cm gross und wiegt 7–9 kg. An den Hinterpfoten hat sie Schwimmhäute. Die Nutrias, auch Sumpfbiber oder Biberratte genannt, stammen aus Südamerika und wurden wegen ihres Fells in Pelztierfarmen gezüchtet. Als im 20. Jahrhundert der Pelztiermarkt zusammenbrach, wurden viele Tiere ausgesetzt, was zu einer raschen Verbreitung in Europa führte. Nutrias leben oft in Kolonieren, können aber nur in Gebieten mit milden Win­tern überleben. Sie fressen Blätter, Stengel und Wurzeln von Wasserpflanzen; seltener auch Schnecken, Würmer und Süsswassermuscheln. Nutriafleisch gilt als sehr schmackhaft: in der DDR stellte man in den 1960er Jahren daraus Rouladen, Mettwurst oder Landjäger her. 2015 kostete 1 kg Nutriafleisch 24 Euro, ein Nutriafell 1 Euro.

Fotos Christian Lienhard